Die Rettungskarte – Ein Lebensretter im Ernstfall
Moderne Fahrzeuge – egal ob PKW, LKW oder Motorrad – werden technisch immer komplexer. Hochentwickelte Karosseriestrukturen schützen die Insassen und sorgen dafür, dass der Fahrgastraum bei Unfällen weitgehend intakt bleibt. Das hat jedoch eine Kehrseite: Verformt sich das Fahrzeug so stark, dass sich die Türen nicht mehr öffnen lassen, muss die Feuerwehr mit schwerem Gerät arbeiten. Doch selbst moderne Rettungsscheren und Spreizer stoßen bei extrem gehärteten Materialien in den Karosserien, wie etwa bei einem Renault Megane IV Grandtour oder anderen aktuellen Fahrzeugen, oft an ihre Grenzen.
Besonders Elektro- und Hybridfahrzeuge stellen im Notfall eine zusätzliche Herausforderung dar. Die verbauten Lithium-Ionen-Akkus und Hochvolt-Leitungen erfordern spezielle und oft zeitintensive Lösch- und Rettungstaktiken, da hier akute Stromschlag- oder besondere Brandgefahr besteht.
Der Bauplan für die Feuerwehr
Um die Einsatzkräfte optimal zu unterstützen, haben die Automobilhersteller die Rettungskarte entwickelt. Sie zeigt auf einen Blick, wo sich sicherheitsrelevante Bauteile wie Hochvolt-Leitungen, Airbag-Gasgeneratoren, Gurtstraffer oder spezielle Karosserieverstärkungen befinden. Ein Beispiel: Die Rettungskarte eines Tesla Model 3 umfasst mehr als zehn Seiten und gibt exakte Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur sicheren Deaktivierung des Fahrzeugs.
Warum ist die Rettungskarte so wichtig?
- Schneller Zugang: Rettungskräfte sparen wertvolle Minuten, die über Leben und Tod entscheiden können.
- Gefahrenvermeidung: Verhindert das versehentliche Durchtrennen von Hochvoltsystemen oder das nachträgliche Auslösen von Airbags.
- Effiziente Rettung: Das richtige Spezialwerkzeug kann sofort an den optimalen Punkten angesetzt werden.
- Maximaler Schutz: Erhöht die Sicherheit für die verunfallten Insassen und das Rettungspersonal.
In 3 Schritten zur optimalen Sicherheit:
- Rettungskarte ausdrucken: Laden Sie sich die passende Karte für Ihr exaktes Fahrzeugmodell aus dem Internet herunter und drucken Sie diese idealerweise in Farbe aus.
- Im Fahrzeug deponieren: Falten Sie die Karte und klemmen Sie diese hinter die Fahrersonnenblende. Dieser Ort ist international für Rettungskräfte standardisiert!
- Fahrzeug kennzeichnen: Bringen Sie einen Hinweis-Aufkleber am linken unteren Rand der Windschutzscheibe an. So signalisieren Sie den Rettern sofort, dass eine Rettungskarte an Bord ist. (Die Aufkleber gibt es kostenfrei beim ADAC, der DEKRA oder in diversen Online-Portalen).
Beispiel einer standardisierten Rettungskarte (hier am Modell eines Hyundai i30)